Das Leben der Biene

Bienen zählen zur Familie der Hautflügler, ebenso wie Wespen und Ameisen.
Sie kommen überall dort auf der Welt vor, wo der Winter nicht zu kalt für sie ist.

 

Vom Ei zur Biene

 In einem Bienenvolk gibt es die Königin, die Arbeiterbienen und die Drohnen. Alle stammen aus einem Ei, das die Königin in eine Wabenzelle gelegt hat. Die Arbeiterbienen entstehen aus einem befruchteten Ei (weiblich), dass in eine Wabenzelle gelegt und mit einem Gemisch aus Pollen und Honig ernährt wird. Das Ei verwandelt sich am 4. Tag in eine Larve. Am 8. Tag verdeckelt (verschließt) die Biene die Zelle jedoch. Dadurch verwandelt sich die Larve in einen Kokon und danach in eine Puppe. Am 21. Tag schlüpft sie dann aus ihrer Zelle indem sie den Deckel zerreißt. Die geschlüpfte Biene ist danach sofort arbeitsfähig. Nicht befruchtete Eier (männlich) werden ebenfalls in eine Zelle gelegt und bekommen die gleiche Nahrung wie die Arbeiterbienen- ein Gemisch aus Pollen und Honig. Die männlichen Bienen, auch Drohnen genannt, schlüpfen jedoch erst am 23. Tag der Verwandlung.

Zukünftige Königinneneier werden in sogenannten Weiselwiegen abgelegt und nur mit Gelee Royale ernährt. Als Weiselwiegen bezeichnet man eine besonders große Zelle im Bienenstock, in der die Bienenkönigin lebt. Die Verdeckelung wird am 6. Tag durchgeführt. Die Verwandlung ist bei einem Königinnenei etwas kürzer als bei der Arbeiterbiene. Somit wird aus einer Königinnenlarve innerhalb von 16 Tagen eine junge Königin, die ca. 18 mm lang ist.

 

 

Ein perfekt organisierter Staat

Die Bienen leben in Völkern, da sie als Individuum nicht überleben könnten. Ein Volk besteht aus Arbeiterbienen, Drohnen und einer einzigen Königin.


Arbeiterbienen
Arbeiterbienen sind immer weibliche Bienen. Von ihnen gibt es rund 30 000 bis 70 000 pro Bienenstock.
Sie leben ca. 45 Tage lang und ihre Aufgaben umfassen alle Tätigkeiten die zum reibungslosen Ablauf im Stock beitragen:

 

  • 1.- 4. Lebenstag
    Als Putzbiene reinigt sie die Wabenzellen im Stock.
  • 5.- 11. Lebenstag
    Sie ist Amme und füttert die Larven.
  • 11.- 13. Lebenstag
    Sie ist Lagerarbeiterin, sie muss Pollen und Nektar in den Zellen verstauen.
    Weiters belüftet sie den Stock mit ihren Flügeln in dem sie ganz schnell mit diesen schlägt.
    Dies dient dazu, dass die Temperatur im Stock gleichbleibt.
  • 14. Lebenstag
    An diesem Tag entwickeln sich am Hinterleib der Arbeiterbiene die Wachsdrüsen.
    Sie wird nun zur Baubiene und formt Wabenzellen.
  • 18.- 21. Lebenstag
    Sie ist nun eine Wehrbiene. Sie hält Wachdienst am Eingang des Stockes um Eindringlinge wie
    Wespen, Schmetterlinge oder auch Drohnen fernzuhalten.
  • 22. Lebenstag bis zum Tod
    Die Arbeiterbiene ist nun eine Trachtbiene und sammelt Nahrung für den Bienenstock.
    Sie fliegt von Blüte zu Blüte um Nektar und Pollen zu ernten.

 

Drohnen
 
Drohnen sind die einzigen Männchen des Bienenvolkes. Sie sind größer, haariger, plumper und in ihrer Anzahl viel weniger als die Arbeiterbienen. Drohnen können sich nicht alleine ernähren und werden deshalb von den Arbeiterbienen versorgt. Sie besitzen keinen Stachel und können das Volk auch nicht verteidigen. Die Hauptaufgabe der Drohnen besteht darin, eine Königin zu befruchten. Gelingt es einem Drohn eine Königin zu befruchten, so stirbt er mit dem Ausstülpen des Samenschlauches. Der sogenannte Begattungsflug endet somit für den Drohn tödlich.

 Fliegt ein Drohn aus dem Stock so wird er von den Arbeiterbienen nicht mehr hineingelassen, da sie nur noch unnütze Esser sind.
Im Stock verbliebene Drohnen werden nach der Tracht verjagt.

 
Die Königin
Um das Bienenvolk zu sichern werden immer mehrere Königinnenlarven gleichzeitig in den  Weiselwiegen mit Gelee Royale gefüttert. Die zuerst schlüpfende Königin tötet alle anderen Königinnen die noch nicht geschlüpft sind, da es nur eine Bienenkönigin pro Volk geben kann. Schlüpfen zwei Königinnen gleichzeitig, bekämpfen sie sich bis zum Tode.

 Drei bis sechs Tage nach dem Schlüpfen geht die junge Königin auf ihren Begattungsflug, auf dem sie sich fünf- bis sechsmal mit einem Duzend Drohnen vereinigt. Dies wird so oft wiederholt bis der Samensack der Königin voll ist. Von jetzt an beginnt ihr Leben als Eierlegerin. Die Königin verlässt während ihres vier- bis fünfjährigen Lebens den Stock nie wieder. Sie hat nun nur noch eine Aufgabe: Eier legen und zwar bis zu 2000 Stück pro Tag (das ist ein Ei pro Minute). Sie wird von den Arbeiterbienen gepflegt und versorgt.

Je nachdem ob ein Ei befruchtet ist oder nicht, ist es männlich oder weiblich. Aus befruchteten Eiern entstehen Arbeiterbienen und aus unbefruchteten Eiern Drohnen.

 Die Königin ist für ihr Volk lebensnotwendig. Sie sondert eine chemische Substanz (Pheromon) ab. Dieses ist für das Bienenvolk wichtig, weil Bienen durch Berührung oder Lecken dieser Substanz alle notwendigen Informationen über die Organisation ihrer Arbeit aufnehmen. Wenn die Königin älter wird lässt das Pheromon nach. Dadurch verstärkt sich der Drang neue Königinnen zu bilden, um das Sterben des Volkes zu verhindern.